Über das Lesen – und die Queen

Bennett, Alan: Die souveräne Leserin, Salto. Bd. 155. 18. Aufl. Berlin: Wagenbach, 2016

Bekanntlich finden sich in öffentlichen Bücherschränken allerlei mehr oder weniger bemerkenswerte Bücher. Aber dieser schmale Band mit einer fiktiven Geschichte des englischen Schriftstellers Alan Bennett über die Leseerfahrungen der Queen mit abschließender überraschender Wendung, über die man gerade in diesen und vergangenen Tagen des öfteren öffentlich diskutiert, war es allemal wert mitgenommen und gelesen zu werden, nicht zuletzt natürlich weil er in der vorzüglichen Reihe SALTO des Verlags Klaus Wagenbach erschienen ist (hier in der 18. Auflage!). Bei dessen Anblick stellte sich natürlich unvermittelt die Frage, warum jemand diesen Band überhaupt abgeben wollte.

Es ist eine entzückende Geschichte, durch die man zwar auch auf sehr amüsante und zugleich nachdenkliche Weise etwas mit der Queen in Kontakt zu kommen meint, aber die vor allem vom ›Zauber‹ des Lesens handelt. Bereits auf den ersten Seiten lässt Bennett die Queen folgende treffliche Erkenntnis über das Lesen aussprechen:

»Aber Informieren ist nicht gleich Lesen. Es ist im Grunde sogar das Gegenteil des Lesens. Information ist kurz, bündig und sachlich. Lesen ist ungeordnet, diskursiv und eine ständige Einladung. Information schließt ein Thema ab, Lesen öffnet es.«


Bennett, Alan: Die souveräne Leserin, Salto. Bd. 155. 18. Aufl. Berlin: Wagenbach, 2016. S. 22

Und heißt es nicht, wir lebten aktuell im ›Informationszeitalter‹? Bedauernswert und ein Grund mehr, schöne und gute Bücher zu lesen, was das Zeug hält.

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